Beim ersten Roman, den ich setzen durfte, dachte ich: Word kann ich. Dann kamen die Seitenzahlen, die Abschnittswechsel und am Ende Version 25.
Das Buch ist druckfertig geworden, und ich habe dabei eine Menge gelernt, vor allem darüber, warum ich heute mit einem richtigen Satzprogramm arbeite.
Wenn du gerade an deinem eigenen Buchsatz sitzt und an den Seitenzahlen verzweifelst: Ich kann das nachvollziehen. Deshalb möchte ich hier ein paar Dinge teilen, auf die du beim Prüfen deiner Buchseiten achten kannst.
Worauf du beim Buchsatz schauen kannst
Schrift auswählen, Seitenzahlen einfügen, fertig? Ganz so kurz ist die Liste leider nicht. Aber du musst dich auch nicht sofort mit jedem Fachbegriff beschäftigen. Schau dir zunächst eine Doppelseite an und lies ein paar Absätze. Wirkt der Text eng? Verlierst du beim Zeilenwechsel die Orientierung? Sind die Abstände zwischen den Wörtern auffällig groß?
Solche Fragen helfen dir mehr als die Suche nach der einen perfekten Schrift. Schriftgröße, Zeilenlänge und Zeilenabstand wirken zusammen. Was in einem Buch angenehm aussieht, muss in einem anderen Format noch lange nicht passen.
Ein paar Dinge, die leicht untergehen
- Der Platz zur Buchmitte: Ein Teil des inneren Randes verschwindet je nach Bindung im aufgeschlagenen Buch. Der Text braucht dort genug Luft.
- Absätze und Szenenwechsel: Leser:innen sollten erkennen können, ob nur ein neuer Absatz beginnt oder Zeit und Ort wechseln. Eine einheitliche Gestaltung hilft dabei.
- Einzelne Zeilen: Eine abgetrennte Zeile am Seitenanfang oder Seitenende kann das Lesen stören. Solche Stellen fallen oft erst beim genauen Durchsehen auf.
- Kapitelanfänge und Seitenzahlen: Kontrolliere auch die Übergänge. Nur weil die ersten zehn Seiten gut aussehen, ist der Rest noch nicht automatisch fertig.
Bitte auch mal auf Papier anschauen
Am Bildschirm lässt sich eine Seite schnell größer ziehen. Im gedruckten Buch geht das nicht. Ein Ausdruck in Originalgröße hilft dir, Schrift und Abstände einzuschätzen. Ein Probeexemplar zeigt zusätzlich, wie Papier, Druck und Bindung zusammenwirken.
Nimm dir dafür Zeit. Lies nicht nur den Anfang, sondern blättere auch durch die Mitte und das Ende. Es geht bei diesem Durchgang vor allem darum, wie sich die Seiten lesen lassen.
Und das E-Book?
Ein gewöhnliches EPUB funktioniert anders als eine feste Druckseite. Leser:innen können unter anderem die Schriftgröße ändern. Dadurch verschieben sich Zeilen und Seiten. Eine Gestaltung, die nur mit festen Abständen oder vielen Leerzeilen funktioniert, lässt sich deshalb nicht einfach übertragen.
Prüfe dein E-Book mit unterschiedlichen Schriftgrößen. Lassen sich Kapitel über das Inhaltsverzeichnis erreichen? Bleiben Szenenwechsel erkennbar? Sind Hervorhebungen noch da? Dafür lohnt sich ein eigener Prüfdurchgang.
Du musst es nicht sofort perfekt hinbekommen
Wenn du deinen Buchsatz selbst machen möchtest, gib dir Zeit zum Ausprobieren und Kontrollieren. Dass etwas beim ersten Anlauf nicht klappt, sagt nichts über die Qualität deiner Geschichte aus.
Und wenn du merkst, dass du diesen Teil lieber abgeben möchtest, ist das genauso in Ordnung. Auf meiner Seite zum Buchsatz steht, wobei ich dich unterstützen kann. Hier war mir erst einmal wichtig: Auch hinter einem fertigen Buch stecken Versuche, Korrekturen und Dinge, die man vorher noch nicht wusste.

